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Objektschutz

Was kostet Objektschutz? Stundensätze, Zuschläge und Rechenbeispiele

person Snoel Securitycalendar_today 28. September 2026schedule 8 Min. Lesezeit
Was kostet Objektschutz? Stundensätze, Zuschläge und RechenbeispieleKI-generiertes Bild
bolt Kurz & knapp

Was kostet Objektschutz? Als Richtwert aus der Praxis liegen die Kosten im Tagdienst bei rund 26 bis 29 € je Sicherheitskraft und Stunde. Nachts kommen tarifliche Zuschläge von 10 % hinzu, sonntags 25 % und an Feiertagen 100 %. Den Gesamtpreis bestimmen vor allem Einsatzstunden, Einsatzzeiten und die Zahl der Kräfte je Schicht, die je nach Objekt meist zwischen einer und drei liegt.

Entscheidungskriterien für die Kosten von Objektschutz

KriteriumWorauf achtenTypischer Fehler
StundensatzRichtwert Tagdienst rund 26–29 € je Kraft und StundeNur den Stundensatz vergleichen, ohne Teamgröße
EinsatzzeitenZuschläge: Nacht +10 %, Sonntag +25 %, Feiertag +100 %Feiertage im Jahresbudget vergessen
Teamgröße1 Kraft (Handel), 2 (Büro, Wohnanlage), 3 (Industrie, Baustelle)Pauschal zu wenige Kräfte für große Areale
Erlaubnis § 34a GewO✓ Nachweis beim Anbieter anfordernAnbieter ohne Prüfung der Erlaubnis beauftragen
TarifbindungKalkulation auf Basis des regionalen TariflohnsUnrealistisch niedrige Sätze akzeptieren
ZusatzleistungenAlarmaufschaltung, Video, Intervention getrennt ausweisenAnnehmen, Technik sei im Stundensatz enthalten
LeistungsverzeichnisSchichten, Kontrollgänge, Meldewege, Reaktionszeiten festlegenAngebote ohne gemeinsame Grundlage vergleichen
DIN 77200Qualitätsmerkmal, keine gesetzliche PflichtAls Pflicht missverstehen oder ganz ignorieren

Was kostet Objektschutz pro Stunde?

Was kostet Objektschutz, wenn man die Frage auf die kleinste Recheneinheit herunterbricht? Die Antwort lautet: Bewachung wird fast immer nach Einsatzstunden je Sicherheitskraft abgerechnet. Als übliche Richtwerte aus der Praxis gelten im Tagdienst rund 26 bis 29 € je Kraft und Stunde. Dieser Stundensatz ist die Basis, auf der alle weiteren Kosten aufbauen, ob es um ein kleines Ladengeschäft oder ein weitläufiges Industriegelände geht.

Wichtig ist die Bezugsgröße. Der Satz gilt pro Person, nicht pro Objekt. Stehen zwei Kräfte gleichzeitig im Dienst, verdoppeln sich die Stundenkosten entsprechend. Wer also nur einen Stundenpreis vergleicht, ohne die geplante Teamgröße zu kennen, bekommt ein schiefes Bild davon, was Objektschutz am Ende tatsächlich kostet.

Warum liegt die Spanne gerade in diesem Bereich? Den größten Anteil macht der Lohn des Sicherheitspersonals aus. Seriöse Kalkulationen orientieren sich am Tariflohn der Sicherheitswirtschaft, der je nach Bundesland unterschiedlich ausfällt. Hinzu kommen Sozialabgaben, Urlaubs- und Krankheitsvertretung, Einsatzleitung, Versicherungen und Ausrüstung. Ein Stundensatz deutlich unter der genannten Spanne lässt sich unter diesen Bedingungen kaum darstellen, ohne an Personal oder Qualifikation zu sparen.

Der Stundensatz allein beantwortet die Frage nach den Kosten allerdings nur zum Teil. Entscheidend sind drei weitere Stellschrauben: zu welchen Zeiten bewacht wird, wie viele Kräfte das Objekt benötigt und welche Zusatzleistungen vereinbart sind. Diese Faktoren erläutern die folgenden Abschnitte einzeln und mit Zahlen, damit Sie die Größenordnung für Ihren eigenen Fall abschätzen können. Eine Übersicht der wichtigsten Entscheidungskriterien finden Sie oben.

Woraus setzen sich die Kosten für Objektschutz zusammen?

Ein Stundensatz im Objektschutz ist keine frei gegriffene Zahl, sondern das Ergebnis einer Kalkulation aus mehreren Bausteinen. Wer versteht, woraus er sich zusammensetzt, kann Angebote besser einordnen und erkennt schneller, ob ein Preis plausibel ist oder ob an entscheidender Stelle gekürzt wurde.

Den Kern bildet der Tariflohn, den der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) mit den Gewerkschaften für die einzelnen Bundesländer aushandelt. Deshalb kostet dieselbe Leistung in verschiedenen Regionen nicht exakt gleich viel. Faire Bezahlung hat zudem einen praktischen Effekt: Personal, das angemessen entlohnt wird, bleibt länger am Objekt, kennt die Abläufe und erkennt Auffälligkeiten schneller.

Bewachung ist in Deutschland erlaubnispflichtig. Nach § 34a der Gewerbeordnung braucht jedes Unternehmen, das gewerbsmäßig Leben oder Eigentum Dritter bewacht, eine behördliche Erlaubnis. Das eingesetzte Personal muss je nach Tätigkeit eine Unterrichtung bei der IHK absolviert oder eine Sachkundeprüfung bestanden haben; Details regelt die Bewachungsverordnung (BewachV). Diese Qualifikationen kosten Zeit und Geld, fließen also in den Stundensatz ein.

Zusätzlich zum Lohn deckt der Satz typischerweise folgende Posten ab:

Ein transparentes Angebot weist diese Bestandteile nicht zwingend einzeln aus, sollte aber ohne versteckte Nebenposten auskommen.

  • Sozialversicherungsbeiträge und Lohnnebenkosten
  • Vertretung bei Urlaub und Krankheit, damit keine Schicht unbesetzt bleibt
  • Einsatzleitung, Dienstplanung und Erreichbarkeit im Störfall
  • Betriebshaftpflichtversicherung, die für das Bewachungsgewerbe vorgeschrieben ist
  • Dienstkleidung, Funk- oder Mobilgeräte und Wächterkontrollsysteme

infoWachpersonal muss registriert sein

Jede eingesetzte Wachperson muss im Bewacherregister des Bundes erfasst und von der Behörde geprüft sein, bevor sie arbeiten darf. Lassen Sie sich vor Einsatzbeginn bestätigen, dass dies für alle Kräfte an Ihrem Objekt erfolgt ist.

Wie stark verteuern Nacht, Sonntag und Feiertag den Einsatz?

Die meisten Objekte müssen gerade dann geschützt werden, wenn niemand im Betrieb ist: nachts, am Wochenende und an Feiertagen. Genau zu diesen Zeiten fallen tarifliche Zuschläge an, die den Grundpreis spürbar erhöhen. Wer wissen will, was Objektschutz rund um die Uhr kostet, muss diese Zuschläge daher unbedingt einrechnen.

Auf Basis eines Tagessatzes von 26 bis 29 € je Kraft und Stunde ergeben sich folgende Richtwerte:

Der Feiertagszuschlag fällt am stärksten ins Gewicht, weil er den Stundensatz verdoppelt. Bei Objekten, die über die Weihnachtstage oder Ostern durchgehend bewacht werden, entsteht dadurch in wenigen Tagen ein erheblicher Kostenblock. Planen Sie solche Zeiträume in Ihrem Budget gesondert ein, statt sie mit dem Jahresdurchschnitt zu verrechnen.

Ein 24/7-Mischbetrieb liegt somit immer über dem reinen Tagdienst. Wie hoch der Aufschlag genau ausfällt, hängt davon ab, wie sich die Stunden auf Tag, Nacht und Wochenende verteilen. Ein Beispiel: Von den 168 Stunden einer Woche entfallen bei einer Nachtschicht von 22 bis 6 Uhr bereits 56 Stunden auf Nachtzeit, dazu kommen die Sonntagsstunden. Der durchschnittliche Stundensatz eines Rund-um-die-Uhr-Postens liegt daher spürbar über dem Tagessatz.

Prüfen Sie deshalb, ob wirklich jede Stunde personell besetzt sein muss. Oft lassen sich ruhige Zeiten durch Technik oder Kontrollfahrten abdecken, während Personal nur in den risikoreichen Phasen vor Ort ist.

  • Nachtdienst (+10 %): rund 28,60 bis 31,90 € je Stunde
  • Sonntagsdienst (+25 %): rund 32,50 bis 36,25 € je Stunde
  • Feiertagsdienst (+100 %): rund 52 bis 58 € je Stunde
Stundensatz je Kraft nach Einsatzzeit
Tagdienst26–29 €/Std.

Grundsatz je Kraft

Nachtdienst28–31 €/Std.

+10 % Zuschlag

Sonntag32–36 €/Std.

+25 % Zuschlag

Feiertag52–58 €/Std.

+100 % Zuschlag

Quelle: snoel.de Leistungsseite

Wie viele Kräfte braucht Ihr Objekt und was kostet das?

Neben den Einsatzzeiten ist die Teamgröße der zweite große Hebel. Sie richtet sich nach Fläche, Anzahl der Zugänge, Risikoprofil und Aufgaben. Als Orientierung aus der Praxis gilt:

Eine Kraft bewacht ein Geschäft 12 Stunden am Tag. Bei 26 bis 29 € je Stunde kostet das rund 312 bis 348 € pro Tag. Auf 22 Werktage mit je 10 Stunden gerechnet, ergeben sich 220 Stunden und damit monatlich rund 5.720 bis 6.380 € vor etwaigen Zuschlägen.

Zwei Kräfte im 12-Stunden-Tagdienst bedeuten 24 Personenstunden. Das kostet rund 624 bis 696 € pro Tag. Schon hier zeigt sich, wie direkt die Teamgröße den Preis bestimmt: Jede zusätzliche Person erhöht die Kosten linear.

Ein durchgehend besetzter Posten mit einer Kraft umfasst in einem Monat mit 30 Tagen 720 Stunden. Allein zum Tagessatz gerechnet wären das rund 18.720 bis 20.880 €; durch Nacht-, Sonntags- und gegebenenfalls Feiertagszuschläge liegt der tatsächliche Betrag darüber.

Die Beispiele zeigen: Was Objektschutz kostet, entscheidet sich weniger am Stundensatz als an der Frage, wie viele Personenstunden Ihr Schutzkonzept wirklich benötigt.

  • Einzelhandel oder kleines Büro: meist 1 Kraft je Schicht
  • Bürogebäude und Wohnanlagen: meist 2 Kräfte je Schicht, etwa für Empfang und Rundgänge
  • Industrieareale und Baustellen: meist 3 Kräfte je Schicht wegen großer Flächen und mehrerer Zufahrten
Rechenbeispiele im Tagdienst
312–348 €
1 Kraft, 12 Stunden
pro Tag
624–696 €
2 Kräfte, 12 Stunden
pro Tag
5.720–6.380 €
1 Kraft, 220 Stunden
pro Monat vor Zuschlägen

Quelle: snoel.de Leistungsseite

Welche Zusatzleistungen erhöhen die Kosten für Objektschutz?

Reiner Objektschutz umfasst in der Regel die Anwesenheit von Sicherheitspersonal, Kontrollgänge, Zutrittskontrolle und die Dokumentation von Vorkommnissen. Viele Auftraggeber benötigen aber mehr. Diese Leistungen sind eigenständige Positionen und nicht automatisch im Stundensatz enthalten, was bei Angebotsvergleichen häufig übersehen wird.

Typische Zusatzleistungen sind:

Gerade die letzte Option verändert die Kostenstruktur grundlegend. Ein Revierdienst mit mobilen Kontrollfahrten wird meist nicht nach vollen Einsatzstunden, sondern nach Anzahl und Dauer der Kontrollen abgerechnet. Für Objekte mit geringem Risiko kann das die wirtschaftlichere Lösung sein, bietet aber keine durchgehende Präsenz.

Umgekehrt kann eine Kombination aus Technik und Personal die Zahl der benötigten Kräfte senken. Wenn Kameras und Alarmanlage die Außenhaut überwachen, reicht in manchen Fällen eine Kraft statt zwei. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie die einmaligen Technikkosten den laufenden Personalkosten gegenüberstehen.

  • Alarmaufschaltung: Die Einbruchmeldeanlage wird an eine Leitstelle angebunden, die im Alarmfall reagiert. Für Leitstellen wird in der Praxis häufig die Norm DIN EN 50518 herangezogen.
  • Videoüberwachung: Kameras ergänzen das Personal, unterliegen aber den Vorgaben der DSGVO, etwa zu Hinweisschildern und Speicherdauer.
  • Interventionsdienst: Einsatzkräfte fahren nach einem Alarm zum Objekt, um die Lage zu prüfen.
  • Schließ- und Aufschließdienst: Das Öffnen und Verschließen von Gebäuden zu festen Zeiten.
  • Revierfahrten: Mehrere Kontrollen pro Nacht statt dauerhafter Präsenz.

Wie vergleichen Sie Angebote für Objektschutz richtig?

Zwei Angebote mit unterschiedlichen Endsummen sind oft gar nicht vergleichbar, weil sie verschiedene Leistungen beschreiben. Der wichtigste Schritt vor jeder Preisanfrage ist deshalb ein belastbares Leistungsverzeichnis. Erst wenn alle Anbieter auf dieselbe Grundlage kalkulieren, sagt der Preis etwas aus.

In ein solches Leistungsverzeichnis gehören mindestens diese Angaben:

Achten Sie zusätzlich darauf, ob Zuschläge ausgewiesen oder bereits eingerechnet sind. Ein scheinbar günstiger Stundensatz kann teurer werden als ein höherer, wenn Nacht- und Feiertagsstunden separat berechnet werden. Fragen Sie auch nach, auf welchem Tarifgebiet die Kalkulation beruht und ob die Erlaubnis nach § 34a GewO vorliegt.

Eine hilfreiche Orientierung bietet die DIN 77200, die Anforderungen an Sicherungsdienstleistungen beschreibt, etwa zu Organisation, Personal und Auftragsabwicklung. Ob ein Dienstleister danach arbeitet, ist ein Qualitätsmerkmal, aber keine gesetzliche Pflicht. Weitere Prüfpunkte finden Sie im Beitrag Worauf achten bei Objektschutz.

Wenn Sie Ihren Bedarf durchrechnen möchten, beschreibt die Seite zum Objektschutz die üblichen Leistungsbausteine. Snoel steht Ihnen dabei gern als Ansprechpartner zur Seite, um aus Ihren Anforderungen ein nachvollziehbares Schutzkonzept mit realistischem Budget abzuleiten.

  • Schichtzeiten mit Beginn und Ende, getrennt nach Werktag, Sonntag und Feiertag
  • Anzahl der Kräfte je Schicht und geforderte Qualifikation
  • Zahl und Route der Kontrollgänge pro Schicht
  • Meldewege und Eskalationsstufen bei Vorfällen
  • Vereinbarte Reaktionszeiten und technische Zusatzleistungen
  • Form und Häufigkeit der Berichte an den Auftraggeber

Quellen

  1. DIN 77200 – Sicherungsdienstleistungendin.de
  2. BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaftbdsw.de
  3. IHK – Sachkundeprüfung und Unterrichtung im Bewachungsgewerbeihk.de
Snoel

Snoel Security

Das Redaktionsteam von Snoel teilt Praxiswissen aus dem Sicherheitsalltag, von Objektschutz über Sicherheitstechnik bis zur Baustellenüberwachung in ganz Mitteldeutschland.

FAQ

Häufige Fragen zum Thema

Antworten auf die wichtigsten Themen rund um Ihre Sicherheit.

Eine Kraft im Nachtdienst kostet mit 10 % Zuschlag rund 28,60 bis 31,90 € je Stunde. Bei einer 8-Stunden-Nacht ergeben sich damit etwa 229 bis 255 €, fällt die Nacht auf einen Sonntag oder Feiertag, entsprechend mehr.
Nein, in der Regel ist dauerhafte Präsenz teurer, weil jede Stunde bezahlt wird. Ein Revierdienst rechnet einzelne Kontrollen ab und eignet sich für Objekte mit geringerem Risiko, bietet aber keine ständige Anwesenheit.
Die Kalkulation beruht auf den Tariflöhnen der Sicherheitswirtschaft, die für jedes Bundesland separat vereinbart werden. Dadurch kann derselbe Einsatz regional unterschiedlich viel kosten.
Üblicherweise nicht. Technische Leistungen wie Videoüberwachung, Alarmaufschaltung oder Interventionsfahrten werden als eigene Positionen kalkuliert und sollten im Angebot getrennt ausgewiesen sein.

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